Gesichts-Erythem
Ergebnisse einer von Li Pomi et al. durchgeführten retrospektiven Studie stehen im Einklang mit früheren Hinweisen auf eine hautaufhellende Wirkung von Tirbanibulin 1 % Salbe bei Patienten mit aktinischen Keratosen und Hyperpigmentierung der Haut.
Tirbanibulin 1 % Salbe (Klisyri) ist indiziert zur Feldtherapie nicht-hyperkeratotischer, nicht-hypertropher aktinischer Keratosen (AK, Olsen-Grad I) im Gesicht oder auf der Kopfhaut bei Erwachsenen. Neuere Erkenntnisse weisen darauf hin, dass die Therapie – neben der antineoplastischen Wirksamkeit – auch in kosmetischer Hinsicht Vorteile für die Patienten mit sich bringen könnte. Li Pomi et al. haben daraufhin im Rahmen einer monozentrischen Studie retrospektiv Daten von 42 Patienten mit AK und begleitend vorliegender Lentigo solaris (engl.: solar lentigines [SL]) ausgewertet, die an der dermatologischen Universitätsklinik in Messina, Italien, mit der Tirbanibulinsalbe behandelt wurden. Die AK-Läsionen waren zu etwa drei Viertel im Gesicht und zu einem Viertel auf der Kopfhaut lokalisiert. Im Mittel wurden sechs (vier bis acht) Läsionen pro Patient behandelt.
Bei der Nachuntersuchung an Tag 57 nach Beginn des fünftägigen Behandlungszyklus wurde der hautaufhellende Effekt der Tirbanibulin-Salbe wie folgt bewertet: „Complete Clearance“ (CC): Vollständige oder mehr als 75 %ige Aufhellung der SL; „Partial Clearance“ (PC): Rückgang der Pigmentierung um 50–75 %; Nonresponse: Aufhellung um weniger als 50 %. Hinsichtlich der klinischen Wirksamkeit auf die AK-Läsionen galt die vollständige Abheilung als Response und eine Reduktion <75 % als Nonresponse (PC: mindestens 75 %ige Rückbildung). An Tag 57 wurde die Aufhellung der SL bei 35,7 % der Patienten als vollständiges und bei weiteren 50 % als partielles Ansprechen bewertet (Tab.). Nonresponder (14,3 %) waren mit im Median 84 Jahren signifikant älter als Patienten mit CC mit 76 Jahren oder mit PC mit 74 Jahren (p=0,036 für beide Vergleiche). Hinsichtlich der Abheilung der AK-Läsionen wurde das Therapieansprechen bei 52,4 % der Patienten als CC, bei 40,5 % als PC und bei lediglich 7,1 % als Nonresponse bewertet. Auch hier waren die Nonresponder im Median signifikant älter als Patienten mit CC (84 vs. 75 Jahre; p=0,014). Bei Frauen (40,5 % des Studienkollektivs) heilten die AK-Läsionen signifikant besser ab als bei Männern (p=0,024) – ohne geschlechterspezifische Unterschiede bei der Aufhellung der SL. Die Abheilung der AKLäsionen und die Aufhellung der SL korrelierten positiv miteinander (p<0,001). Bei 54,8 % (n=23) der Patienten auftretende lokale Hautreaktionen wurden zu 39,8 % als schwer, zu 34,8 % als moderat und zu 14,3 % als mild eingestuft. Keiner der Patienten beendete die Behandlung ihretwegen vorzeitig. Sechs Monate nach Therapiebeginn war die SL bei zwei der 15 Patienten mit CC an Tag 57 teilweise wieder zurückgekommen. Von den 22 Patienten mit vollständiger Abheilung der AK-Läsionen an Tag 57 zeigten 31,8 % (n=7) ein Rezidiv einer zuvor abgeheilten Läsion.
Zusammenfassend deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Tirbanibulin 1 % Salbe in zweifacher Hinsicht einen Nutzen bietet. Neben der Behandlung der AKs kann sie gleichzeitig zur Aufhellung ästhetisch störender und schwer zu behandelnder Läsionen wie SL beitragen.
Quelle: Li Pomi F et al. (2024). “The Skin Lightening Power of Tirbanibulin 1 % Ointment” Dermatol Ther (Heidelb) 15: 95–110
Tab.: Wirksamkeit von Tirbanibulin 1 % Salbe an Tag 57 auf Lentigo solaris
Tab.: Wirksamkeit von Tirbanibulin 1 % Salbe an Tag 57 auf aktinische Keratosen